Prof. Dr. Claudia Janssen

Sozialgeschichtliches Wörterbuch zur Bibel

Sozialgeschichtliches Wörterbuch zur Bibel

Die Herausgeberinnen und Herausgeber:
Professor Dr. Frank Crüsemann, Bielefeld
Professor Kristian Hungar, Heidelberg
Professor Rainer Kessler, Marburg
Privatdozentin Dr. Claudia Janssen, Marburg
Professorin Dr. Luise Schottroff, Kassel

Aus dem Editorial:

Dieses Wörterbuch soll Hebammendienste leisten: es soll alle die unterstützen die Interesse an biblischen Geschichten haben oder einfach informiert werden wollen. Die Artikel des Wörterbuches erklären die Lebensverhältnisse der Menschen damals zur Zeit als die biblischen Traditionen entstanden und über Generationen weitergereicht und weiterentwickelt wurden. Sie wollen den Alltag der Frauen und Männer beleuchten, von denen und für die die biblischen Schriften verfasst wurden. Dabei bleiben sie aber nicht stehen. Sie erschließen auch die symbolischen Bedeutungen, die in der Sprache der Alltagserfahrungen gründen.

Während die großen, häufig so abstrakt und lebensfremd wirkenden Begriffe der traditionellen theologischen Sprache den Zugang oft erschweren, werden die biblischen Texte leichter verständlich, wenn der Weg über die Menschen mitten in ihrem Leben mit seinen Konflikten und Problemen genommen wird. Werden dabei die Unterschiede in der Lebensweise zwischen heute und damals nicht überspielt, sondern bewusst in den Blick genommen, so kann ein Dialog entstehen, in dem die Bibel neu zu sprechen beginnt.

Diesen Transfer zwischen der Lebenswelt der Menschen heute und damals versucht die sozialgeschichtliche Bibelauslegung zu leisten, deren Ansätze und Ergebnisse in diesem Wörterbuch zugrunde gelegt werden.

Das Wörterbuch soll für alle, die die Bibel lesen, oder für die, die in der Praxis Bibeltexte auszulegen und zu erläutern haben, rasche und zuverlässige Informationen über die biblischen Lebenswelten liefern. Zu jedem Stichwort finden sie Informationen jeweils zuerst über die materiellen Sachverhalte, dann über die sozialen (ökonomischen, politischen) bzw. institutionellen Zusammenhänge, und schließlich über die symbolischen und theologischen Bedeutungen.

Mit diesem Ansatz verbindet sich die Hoffnung, dass die biblischen Texte besser verstanden werden, ein neues Licht auf ihre Wirkungsgeschichte fällt und sich ein neuer Zugang zu aktuellen Fragestellungen eröffnet